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Deutschland
Begrenzt von den Alpen im Süden, dem Rhein im Westen, dem
polnischen Flachland im Osten, der Nordsee, der jütischen Halbinsel und der
Ostsee im Norden.
Das ist Deutschland, eine multinationale Gesellschaft, wenigstens
in den Großstädten, und der wirtschaftliche Motor Europas mit einem
respektierten, weiblichen Regierungsoberhaupt an der Spitze, für die meisten
Wirtschaftseinwanderer der Traum der Zukunft. (Dies schreibt ein Deutscher,
der sich entschieden hat, lieber nicht in seinem Heimatland zu leben.)
Schon sehr früh, lange vor unserer Zeitrechnung kamen die ersten
indoeuropäischen Gruppen in das Gebiet um den Baltikum, dies waren die
Germanen. Sie waren Fischer, Jäger, manchmal Bauern, aber vor allem, wie zu
dieser Zeit die meisten Völker kalter Regionen Krieger. Hochgebaut, meistens
blond, von starkem Körperbau, so beschreibt sie Julius Cäsar. Für den
gebildeten Römer wahrscheinlich einfach primitive Barbaren, die in Erdlöchern
hausen.
Doch schon Augustus musste erfahren, dass diese Bewohner der
rauen Wildnis durchaus zusammenarbeiten können und unter der Führung von
Armin dem Cherusker (später im Hochdeutschen: Herman der Cherusker). Die
Germanen lockten die römischen Legionen in den Teutoburger Wald, wo die Römer
ihre wirksame Schildkrötenformation nicht anwenden konnten und griffen die
italienischen Eindringlinge von allen Seiten an. Ungefähr 60 Jahre später
unter Kaiser Titus fand man dann die jämmerlichen Überreste dieser Legionen,
von denen keiner, auch nicht ein einziger geblieben war, der Rom über ihr Schicksal
hätte informieren können. Am Ende des 19. Jahrhundert sollten sich dann
deutsche Chauvinisten darauf berufen, dass dies das Zeichen ersten
Deutschtums gewesen sei.
Weiterhin passierte nicht viel bis zur Völkerwanderung. Aus dem
Osten strömten neue Völkergruppen nach Europa, dies brachte alles in Bewegung
und unter dem ständig wachsenden Druck brach das 1000-jährige römische Reich
zusammen. Viele Germanen hatten in Attilas zusammengewürfelten Armee gedient,
auch die Römer benutzten germanische Krieger. Die Römer bezahlten sie, Attila
versprach ihnen reiche Räuberbeute.
Als sich diese Wellen wieder gelegt hatten, entstand das
Frankenreich, und nach dem Tod Karls des Großen wurde es in drei Teile
geteilt. Frankreich, das Mittelreich und Deutschland. Im Vertrag von Verdun
843 erschien zum ersten Mal das Wort „Teutonen“ und „Teutonikum“, woraus sich
später das Wort „Deutsch“ bilden sollte. Das West- und Ostreich teilten sich
das Mittelreich auf, was zum Beispiel im Fall von Elsass-Lothringen zu einem
jahrhundertelangen Streit führte.
Dann wurde das Ostreich immer stärker, eroberte sogar
Norditalien, brachte den Vatikan unter seine Kontrolle und übernahm die
Kaiserkrone. Die Benennung „das Heilige, Römische Reich Deutscher Nation“
wurde erst im 19. Jahrhundert geboren, um deutsche Chauvinisten zu
befriedigen.
Der Investiturstreit zwischen König und Kirche (Wer ernennt die
kirchlichen Würdenträger), das Stärker Werden der Fürsten und Landherren,
oder der freien Städte, all dies führte langsam zu einem Zusammenbruch der
Zentralgewalt, vielleicht wollten die Deutschen, die noch nicht wussten, dass
sie Deutsche waren, lieber frei anstatt groß sein.
Österreich übernahm die Kaiserkrone und Deutschland sah wie ein
Flickenteppich mit vielen kleinen Lokalherrschaften aus. Leider beschränkte
sich die obengenannte Freiheit nur auf die Aristokraten; Sie erhoben immer
höhere Steuern und Zölle, verhinderten den freien Warenfluss und somit die
wirtschaftliche Entwicklung, die durch einen großen Markt und Konkurrenz
hätte gefördert werden können.
Zuerst die Pest und dann der 30-jährige Krieg taten das ihre.
Aber dieser europäische Krieg auf deutschen Boden brachte das Ende der
katholischen Habsburg-Hegemonie und den Protestantismus. Diese neue
Religionsrichtung ergab eine Umstrukturierung in der Gesellschaft, eine
Säkularisierung (Verweltlichung) des Lebens, eine neue Definition der Arbeit:
Sie war keine Strafe mehr, sondern ein Weg, das kommende Paradies schon auf
Erden vorzubereiten.
Die Kreuzzüge waren möglich durch religiösen Eifer, der moderne
Autoritätsstaat durch Disziplin. Ein kleines Fürstentum, Preußen, im Herzen
Ostdeutschlands gliederte zuerst seine kleinen Nachbarn ein, um dann die
größeren Gegner anzugreifen. Vielleicht hatte auch Napoleon etwas davon
gelernt und machte es noch besser. Nach der Restauration wuchs die Macht
Preußens schnell.
Mit dem Sieg über Frankreich 1870/71 war es für die Deutschen
klar, ganz Deutschland sollte unter seiner Führung vereinigt werden. Die
Frage war nur, ob es eine kleindeutsche oder eine großdeutsche Lösung mit
Österreich sein sollte. Aber 2 Herrscher im Reich sind zu instabil. Der
britische Premier dieser Zeit, Disraeli, sah im deutschen Junker, Bismarck,
die Möglichkeit, in Europa so viel Unfrieden zu stiften, dass Österreichs,
Frankreichs und Russlands Kräfte in Europa gebunden seien und England global
seine eigene Führung aufrechterhalten könne.
Der Hunger Preußens nach Macht und des entstandenen neuen
deutschen Reiches war unersättlich, und der vereinigte deutsche Markt
verstärkte dieses Gefühl nur noch. Preußen wollte England auch auf dem Meer
Konkurrenz machen. Der erste Weltkrieg brachte die Auflösung dieser
Spannungen und den Eintritt der U.S.A. auf der Weltbühne. Deutschland verlor
den Krieg und die preußische royale Führung floh, sie sollte nicht
zurückkehren.
In den ersten Nachkriegsjahren kamen überall Räterepubliken
zustande. Aber die Industriellen und das Ausland hatten Angst vor dem Volk.
Und nach der Wirtschaftskrise von 1929 fanden sie 1933 ihren Führer. Sie
dachten, dass sie ihn in Schach halten könnten, aber ließen sich am Ende von
ihm entweder mitreißen oder einschüchtern.
Natürlich konnte dieses kleine „Großdeutsche“ oder „3. Reich“ (1:
Das römische Reich, 2: Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, 3: Das
Dritte Reich) den Krieg gegen die ganze Welt nicht gewinnen. Aber die
Deutschen luden sich zusätzlich noch eine andere Schuld auf: Die Vernichtung
von 6 Millionen Menschen, darunter: Juden, Zigeuner, Oppositionelle. Nicht zu
sprechen von den Millionen Soldaten und Zivilisten, die auf der ganzen Welt
starben. Die meisten in den Konzentrationslagern ließ man jämmerlich
verhungern, oder sie starben geschwächt an Krankheiten in unzulänglichen
Baracken, viele in Gaskammern, die man wahrscheinlich benutzte, um die neuesten
Kampfgase an ihnen zu testen, oder in Versuchskrankenhäusern, in denen man
die grausamsten medizinischen Versuche durchführte, oder sie einfach quälte.
Es ist schwierig zu erraten, was ein ganzes Volk in diesen
Wahnsinn treiben konnte; Und die Klügeren von ihnen, die es hätten sehen
müssen. Ich kann verstehen, dass jeder überleben will, und lieber den Mund
nicht aufmacht. Aber die meisten machten aktiv mit, und Länder wie Ungarn
sprangen auf den „Siegeszug“ auf.
Der Alptraum sollte rund 12 Jahre dauern, dann kam das große
Erwachen. Die deutschen Nationalisten hatten einen Trümmerhaufen
hinterlassen.
Physisch war Deutschland vernichtet und die seelischen Wunden
waren tief. Das Land wurde in 4 Besatzungszonen aufgeteilt, die russische,
die englische, die französische und die amerikanische. 1949 gab es die ersten
Wahlen in den vereinten westlichen Zonen. Aber nicht die linksgerichteten
Demokraten, die zum Teil für Deutschland in den Konzentrationslagern
gestorben waren, gewannen die Wahlen, sondern die rechtsgerichteten Mitmacher
und Mundhalter. Hatten die Deutschen nichts gelernt? Waren die Schrecken des
Krieges nicht genug gewesen? Leute, wie Berthold Brecht, gingen lieber in die
gleichzeitig entstandene DDR.
Es brauchte noch rund 15 Jahre, bis Willi Brandt gewählt wurde;
Er drückte aus, was sehr viele im Inland und Ausland dachten: „Ich bin der
erste nicht-Nazi Kanzler.“ Und er brachte die Öffnung in der Außenpolitik,
als er bei einem Staatsbesuch in Warschau vor dem Denkmal der verstorbenen,
polnischen Soldaten des 2. Weltkrieges niederkniete. Damit hatte Deutschland seine Würde
wiedergefunden.
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Montag, 15. Juni 2015
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